Mattlog

Gedanken und Hintergedanken. Außerdem: Computer, Autos, die dicke Katze von nebenan, Biber in der Innenstadt, meine Freundin und Ich.

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Archiv für 'Gedanken'

Warum ein Wikipedia-Fork gut wäre

Thursday, November 19th, 2009

Begonnen mit Mogis hat sich bei Felix von Leitner Felix von Leitner, Kristian Köhntopp und dem Rest der “Blogosphäre” in den letzten Wochen eine Diskussion um die Relevanzkriterien der Wikipedia und ihre Zukunft entwickelt. Von dort ging es munter weiter zur virtuellen Kleingärtnermentalität und zurück zur Frage wie die zur Verfügung stehenden Werkzeuge einen Nutzer beeinflussen: “Wenn Dein ein einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus”. Der Hammer der Admins ist der Löschlink. Die Nägel der Wikipedia sind neue, rohe Einträge – zu kurz, zu irrelevant oder zu lang und zu unbelegt.

Seit ein paar Jahren schon habe ich das Gefühl, dass sich die Wikipedia nicht wirklich voranbewegt. Die Zahl der Einträge steigt (aber das Wachstum flacht ab) und die jährlichen Spendenaufrufe bitten um größere Summen. Das ist quantitatives Wachstum. Ein qualitatives Wachstum kann ich nicht erkennen. Fefe verdeutlicht qualitative Probleme aus der Sicht des Contributors, ich sehe die Probleme bereits in der Sicht des Lesers: Während Felix ganz zurecht mit der sehr gewöhnungsbedürftigen Editierung von Einträgen argumentiert (ganz besonders bei Tabellen) und einen WYSIWYM-Editor fordert, frage ich, wo denn die Erleichterung für den User ist? (more…)

Zum Vergleich: Energiedichte Diesel vs. Notebook-Akkus

Friday, October 2nd, 2009

Golem hat einen interessanten Artikel zu IBMs Engagement bei Elektroautos. Es geht um Akkupacks für Elektroautos, die 500 Meilen halten sollen.

Ich halte wenig davon, ich habe auch für 800km keine Lust, 500kg Akkus mitzuschleifen. Und welche Ströme sind eigentlich beim “Tanken” erforderlich, wenn es mal schnell gehen soll?

Vielleicht bin ich verwöhnt: Normales Dieselöl hat die 80fache Energiedichte wie der Akku des Tesla. Selbst mit IBM Ziel ist es noch Faktor 10 und die ungelöste Tankfrage, wie ich in fünf Minuten 750kWh reinkriege (das entspricht 60 Liter Diesel a 12,5kWh). Ja, das sind 150kWh pro Minute oder 9MW Leistung beim Tanken…

Viel sinnvoller würde ich es daher finden, wenn Silizium als Energiespeicher zum Einsatz käme. Das kann entweder direkt in Wärme umgewandelt werden oder katalytisch dazu benutzt werden, Wasserstoff für eine Brennstoffzelle zu erzeugen. Akkus als Zwischenspeicher: nett, aber vielleicht eignen sich auch Kondensatoren? Und für die Stadt schweben mir eh Induktionsschleifen an Bushaltestellen und Ampeln vor. Zukunftsmusik? Nö, was bei Dell-Notebooks und Straßenbahnen funktioniert, sollte auch für Stadtautos klappen.

Nachtrag: PDF zu Silizium als Energieträger

12. September 1977: Steve Biko zu Tode gefoltert

Friday, September 12th, 2008

 

Das Video von Peter Gabriels Song verwendet Szenen aus Richard Attenboroughs Film “Cry Freedom” mit Denzel Washington als Steve Biko. In den letzten Jahren wurde das Lied von vielen anderen Künstlern (Simple Minds, Manu di Bango…) gecovert.

Aus dem Wikipedia-Artikel:

In der Folgezeit wurde Biko mehrfach verhaftet, zuletzt am 18. August 1977 außerhalb von King William’s Town, als die Sicherheitspolizei ihn aufgriff und wegen Verletzung seiner Auflagen verhaftete. Sie internierte ihn in einem Gefängnis in der nahegelegenen Stadt Port Elizabeth. Während der anschließenden Verhöre im „Police-Room 6-1-9“ wurden ihm durch Foltermaßnahmen schwere Kopfverletzungen zugefügt.

Am 11. September wurde Biko nackt und bewusstlos in einem Polizeiwagen nach Pretoria transportiert. Dort erlag er in der folgenden Nacht seinen Verletzungen im Gefängniskrankenhaus. Am 13. September 1977 wurde sein Tod bekannt gegeben. Justizminister James Kruger behauptete zunächst, der Tod sei Folge eines Hungerstreiks. Eine gerichtlich angeordnete Untersuchung im November 1977 zeigte jedoch, dass Biko an den Folgen seiner Verletzungen gestorben war, die ihm in Port Elizabeth zugefügt worden waren. Zu einer Anklage wegen Mordes oder Totschlags kam es gleichwohl nicht.

Leichenfledderei

Tuesday, August 26th, 2008

16. Juni 1976: Aufstand in Soweto

Monday, June 16th, 2008

Am 16. Juni 1976 fand der Aufstand in Soweto statt: Schüler protestierten mit einem Streik gegen die Pläne der Apartheitsregierung, mehr Unterricht im verhassten Afrikaans zu halten. Schüsse fielen. Erstes zweites Opfer war der 12-jährige Schüler Hector Pieterson, dessen Bild um um die ganze Welt ging.

http://en.wikipedia.org/wiki/Soweto_uprising

Liest das hier eigentlich jemand?

Tuesday, April 8th, 2008

Nicht, dass ich in einer Sinn- oder Schaffenskrise wäre. Es würde mich halt so interessieren. Die meisten Kommentare kommen jedenfalls von irgendwelchen Suchenden, die per Google einen drei Jahre alten Beitrag über ein interessantes Thema gefunden haben — wer sucht schon nach “Himmel”, “Flathead”, “Motofone F3″, “205 Multi”, “Nissan Aprio Tuning” (ein Amok fahrender Mexikaner im umgelabelten Logan?) oder “Kryptochef” — und deshalb halt etwas verspätet kommentieren.

Oh ja: Und mit jedem Kommentar tut ihr etwas gegen den Säurefraß alter Bücher!

Das Leben ist eines der gefährlichsten…

Tuesday, April 8th, 2008

Gestern gefunden:

Philosophischer kann man vor den Gefahren des Lebens wohl kaum warnen: “Nein, nicht der Gegenstand, den Du in der Hand hast ist gefährlich, sondern die Tätigkeit, für die Du ihn einzusetzen gedenkst.”

Hintergrund dieser poetischen Warnung in einem Petzl-Manual war der profane Kauf einer “Klettergrundausrüstung” im “Guten Griff” gestern. Anja und ich sind in den letzten Jahren gelegentlich mit Freunden, Onkels, Tanten und Firmenincentives klettern gewesen, haben aber immer Material ausgeliehen und uns — weil immer eine Weile dazwischen lag — das Sichern jedesmal neu erklären lassen. Jetzt haben wir endlich einen Grundkurs an zwei Wochenenden mitgemacht (Danke, Tim aus London/Connewitz!) und dürfen mit Plastekarte ganz offiziell Toprope klettern. :-)

Die Menschenwürde war unantastbar

Tuesday, September 18th, 2007

Am Wochenende schockierte Verteidigungsminister Jung mit der Wiederholung einer bereits 2006 gemachten Aussage, erwürde auch ohne gesetzliche Grundlage entführte Passagiermaschinen abschießen lassen. Dabei berief er sich auf ein “Recht des außergesetzlichen Notstandes”. Doch so ein Recht gibt es nicht: der außergesetzliche Notstand ist ein Gnadeninstrument, das im Einzelfall Straffreiheit zulässt, wenn jemand auf Grund einer Güterabwägung ein Verbrechen begangen hat. Dass die Güterabwägung “Leben gegen Leben” nicht in ein Gesetz gegossen werden kann, weil es das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit missachtet, hat das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2006 klargestellt. Ein Verteidigungsminister, der dennoch den Befehl zum Abschuss einer Passagiermaschine gibt, müsste sich zumindest des Totschlags bezichtigen lassen und darauf hoffen, dass ein Gericht Gnade walten lässt und er straffrei ausgeht.

Doch stattdessen wird der “übergesetzliche Notstand” in den Rang eines Gesetzes, ja gar eines einforderbaren Rechtes erhoben. Verteidigungsminister Jung schart schon für den Ernstfall loyale Piloten um sich herum und der Generalinspektor der Luftwaffe Klaus-Peter Stieglitz erinnert Piloten daran, dass sie Befehle auszuführen haben. Dass ein Pilot in Ausübung seines Dienstes keine Verbrechen begehen darf, auch wenn sie ihm befohlen werden, unterschlägt Stieglitz geflissentlich.

Unser Grundgesetze, ein Soldatengesetz, dass keine Verbrechen in Ausübung des Dienstes duldet und die Vereidigung der Soldaten auf die Verfassung anstatt auf ihren Dienstherren waren Lehren aus einer dunklen Phase unserer Geschichte. Wenn nun ein Verteidigungsminister einen möglichen Gnadenakt nach einem Totschlag zu einem einforderbaren Recht umdeutet, wie lange wird es wohl dauern, bis “unkonventionelle Verhörmethoden”, in denen niemand getötet, nur “ein wenig unangenehm behandelt wird” zur Verhinderung eines größeren Verbrechens mit dem gleichen Recht eingefordert werden?

Kein Beichtgeheimnis für Muslime?

Monday, September 10th, 2007

Brigitte Zypries fordert die muslimischen Gemeinden auf, Radikale zu melden. Und Wolfgang Schäuble schließt sich an — mit dem Hinweis darauf, dass es im Gesetz stehe, Pläne von schweren Verbrechen zur Anzeige zu bringen (auf Tagesschau.de, via Fixmbr).

Da haben die beiden aber etwas schnell geschossen. Bei Geistlichen existiert nämlich etwas wie das Beichtgeheimnis — oder neutral formuliert: Zeugnisverweigerungsrecht für Seelsorger. Dieses Recht mit sanftem Druck auszuhebeln ist keine gute Idee: Prediger in gemäßigten Gemeinden, die bei einzelnen Mitgliedern radikale Tendenzen feststellen, tun am Besten, das Gespräch mit ihren Schäfchen zu suchen und so der Radikalisierung entgegenzuwirken. Damit dies funktioniert, müssen die Gläubigen aber ihrem Prediger vertrauen können — und in ihm nicht zuerst Schäubles V-Mann sehen. Ist dieses Vertrauen zerstört, wandern Gemeindemitglieder, die fanatisierbar sind, schnell in radikale Zirkel ab, deren Prediger garantiert keinen guten Draht zum Innenminister haben.

Der Schnellschuss von Schäuble und Zypries zeigt wieder einmal, dass “gut gemeint” in der Regel das Gegenteil von “gut gemacht” ist — niemand würde auf die Idee kommen, im Vorfeld eines Gipfels wie G8 von evangelischen wie katholischen Pfarrern zu verlangen, Gemeindeglieder zu melden, die Blockaden von Strassen planen oder sich beim Castor-Transport an die Gleise zu ketten. Natürlich ist gegen Gemeinden, die in ihrem Wesen nicht auf dem Boden der Verfassung stehen vorzugehen, Gläubigen das Vertrauen in ihren Prediger, Rabbiner, Pfarrer, Priester oder Pastor zu nehmen, ist dafür der falsche Weg.

Warum meine Blogs nicht unter CC stehen…

Wednesday, August 2nd, 2006

Bei Udo Vetter ist in den letzten Tagen eine interessante Diskussion um Sinn und Unsinn von Aggregatoren und das vermeintlich konkludente Einverständnis in die Weiterverbreitung als RSS veröffentlichter Volltext-Artikel entstanden.

Stein des Anstosses war ein einfacher privater Aggregator, der unter dem etwas unglücklichen URL http://kinder.verbrennung.org/ eine bunte Sammlung von Blogs im Volltext übernahm. Der Betreiber des Aggregators versicherte, dass er keinesfalls kommerziell handeln würde und den Aggregator nur als Feedreader nutzen würde. Ich glaube ihm. Er muss sich dennoch den Vorwurf gefallen lassen, nicht nachgedacht und damit andere geschädigt zu haben. (more…)

Mandarinente vs. Ente Mandarin

Monday, February 13th, 2006

Nein, eine Mandarinente ist nichts zu Essen. Meine Lieblingsente ist einfach wunderschön “gezeichnet” und immer, wenn mir eine über den Weg läuft, versuche ich sie zu fotografieren. Letztens im Park von Sanssouci und erst heute wieder am Ilzufer. Leider war heute keine Kamera dabei:

Von Splittern und Balken

Friday, February 3rd, 2006

In den letzten Tagen und Wochen entzündete sich an (recht plump gemachten) Mohammed-Karikaturen einer dänischen Tageszeitung (Jyllands-Posten), für die sich der Herausgeber längst entschuldigt hat, eine hitzige Debatte um die Pressefreiheit und darum, wie böse eigentlich Karikaturen sein dürfen.

Wir taten uns in den letzten Wochen sehr leicht damit, auf die bösen Moslems zu zeigen, die das mit der Freiheit der Kunst noch nicht verstanden haben. Dass wir selbst noch über einen Blasphemie-Pragraphen (§166 StGB) verfügen, ignorieren wir dabei geflissentlich. Denn der 166 kommt ja nur zur Anwendung wenn der innere Friede gestört ist.

Dies schien zumindest bei Haderers “Das Leben des Jesus” der Fall: Dutzende Anzeigen prasselten auf Haderer ein — wegen eines liebevoll illustrierten und ansonsten eher zahnlosen Büchleins, bei dem ein bekiffter Jesus durch den nahen Osten springt, auf ein Lagerfeld-Double trifft und schließlich mit Janis Joplin im Himmel sitzt.

Ernst machte erst die griechische Justiz, die sechs Monate Haft verhängte — massiv unterstützt durch bayrische und österreichische Politiker. Vielleicht sollten wir aufgeklärten Europäer das nächste Mal, wenn wir Toleranz gegenüber Karikaturisten fordern, überlegen wie tolerant wir selbst eigentlich sind.

Nachtrag (6. Februar 2006):

Als diese Zeilen entstanden, brannten noch keine Botschaften. Erschreckend ist, dass die Zahl muslimischer Geistlicher und Publizisten, die zur Besonnenheit aufrufen und einen (harten, aber fairen) Diskurs suchen, so verdammt klein ist.