Mattlog

Gedanken und Hintergedanken. Außerdem: Computer, Autos, die dicke Katze von nebenan, Biber in der Innenstadt, meine Freundin und Ich.

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Archiv für April, 2008

Jetzt wird zurückgebissen!

Wednesday, April 30th, 2008

Vorsicht, der Beisser geht um! Die ganze Geschichte des letzten Blog-Eintrages war, dass wir noch bis nach zwei Uhr Nachts in kleinem Kreise an der Bar in der naTo saßen und etwas (ziemlich viel) quatschten und dabei gewissenhaft einige Weine und Biere ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung zuführten. Dabei lässt man natürlich die eine oder andere Hemmung fallen und wird mit bisher nicht bekannten Vorlieben des Gegenübers konfrontiert (die dieser gerne in seinem Blog zelebriert):

Immerhin schaltete Anja schnell und biss zurück:

Nun, Thomas Haemmerli musste am Freitag in Hamburg bei Johannes B. Kerner Rede und Antwort zu den “Sieben Mulden” stehen. Die Sendung wird heute ausgestrahlt und ich bin gespannt, ob er genauso verkatert im Studio sitzt wie ich am Freitag in meinem Büro.

Filmtipp: Sieben Mulden und eine Leiche

Friday, April 25th, 2008

Thomas Haemmerli steckt gerade in den Vorbereitungen für die Party zu seinem 40. Geburtstag, als er und sein Bruder vom Tod der Mutter erfahren. Das Verhältnis zu ihr war in den letzten Jahren nicht besonders eng und weder Thomas noch Eric wissen, was sie beim Aufräumen der Wohnung erwartet, sie ahnen aber bereit, warum Mutter nie jemanden hereinließ. Die nächsten vier Wochen werden sie damit zubringen, die Behausung der Messie-Mutter zu entrümpeln, Müll von Dokumenten zu trennen und aus den Haufen von Unrat viele noch nicht entwickelte Super8-Filme zu bergen.

Die sind nicht die einzigen Zeugnisse einer Fassade, die bis zur Scheidung der Eltern aufrecht erhalten wurde, während hinter den Kulissen die Messer nicht nur gewetzt wurden: Es finden sich auch allerlei Papiere aus abgeschlossenen, laufenden und angedachten Prozesse der streitlustigen Witwe, Scheidungsunterlagen aus einer Zeit, als vor Gericht schmutzige Wäsche in all ihren unappetitlichen Details gewaschen wurde, Hinweise auf Kuckuckskinder und Zank zwischen Mutter und Großmutter um ausgespannte Liebhaber. So geraten die Bilder der morbid lustigen Aufräumerei zu einer Metapher für die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, die sich eben nur vordergründig der läuternden Kraft des Feuers übergeben oder Mulde für Mulde entsorgen lässt.

Die Erleichterung des Zuschauers am Ende des Films währt nur kurz: Was hält eigentlich meine eigene Familiengeschichte noch für mich bereit?

In Leipzig läuft “Sieben Mulden und eine Leiche” derzeit in der naTo, meine Hamburger Freunde und Kollegen sollten sich sputen, weil dort heute eine Aufführung mit Thomas Haemmerli himself stattfindet.

PS: Ich bin eigentlich ziemlich froh, dass ich nicht irgend eine Kulturspalte (OK, Auto und Computer würde sich bei mir eher anbieten) für eine Tageszeitung schreiben muss, denn dann könnte ich Bilder wie die im nächsten Eintrag nicht ins Netz stellen…

Innerorts in Brandenburg

Tuesday, April 22nd, 2008

Vor ziemlich genau vier Wochen wurde ich mit unserem neuen Dieselgleiter geblitzt. Jetzt ist das Foto da. Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft in Brandenburg:

OK, das Lästern über Brandenburg sollte ich anderen überlassen, Rainald Grebe kann das viel besser (Danke für den Link, Anja!).

Interessant am Rande ist die sehr ästhetische und komfortable Bußgeldinfrastruktur, die Brandenburg da aufgebaut hat: Bußgeldbescheide werden wohl automatisiert mit dem Textsatzsystem TeX oder LaTeX gesetzt (ich sehe keinen anderen Grund die alten serifenlosen CM-Schriften zu verwenden) und mit dem Bußgeldbescheid erhält man Nutzername und Kennwort fürs Login auf www.polizei.brandenburg.de. Dort kann man dann hochauflösende Fotos anschauen. Oder runterladen und als Trophäe ins Blog stellen. An Web 2.0 Mashups arbeitet man angeblich.

Anyway, nach allem was ich an diesem kurzen Abend recherchiert habe, hat das Land Brandenburg seine Infrastruktur ganz massiv auf freie Software umgestellt und zeigt so auch den behutsamen Umgang mit dem Geld der Bürger. Und dafür zahlt man doch gerne mal 15€ Bußgeld. Auch wenn die geschlossene Ortschaft auf dem Beweisfoto nicht als solche erkennbar ist, oder?

Zeug wegschaffen

Thursday, April 10th, 2008

Dieses “Getting Things Done” scheint ja auf der anderen Seite des großen Tümpels eine richtige Ganztagesbeschäftigung zu sein und schwappt derzeit als echte Welle auch in die alte Welt. Schaut man sich aber die vielen Vorschläge zur besseren Organisation an, wird man den Eindruck nicht los, dass die für GTD aufgewendete Zeit kaum wieder reinzuholen ist. Ich habe — intuitiv und ohne vom GTD-Kult zu wissen — in den letzten Jahren ein eigenes System entwickelt, das vor allem auf einer großen Magnetwand basiert.

(more…)

Liest das hier eigentlich jemand?

Tuesday, April 8th, 2008

Nicht, dass ich in einer Sinn- oder Schaffenskrise wäre. Es würde mich halt so interessieren. Die meisten Kommentare kommen jedenfalls von irgendwelchen Suchenden, die per Google einen drei Jahre alten Beitrag über ein interessantes Thema gefunden haben — wer sucht schon nach “Himmel”, “Flathead”, “Motofone F3″, “205 Multi”, “Nissan Aprio Tuning” (ein Amok fahrender Mexikaner im umgelabelten Logan?) oder “Kryptochef” — und deshalb halt etwas verspätet kommentieren.

Oh ja: Und mit jedem Kommentar tut ihr etwas gegen den Säurefraß alter Bücher!

Das Leben ist eines der gefährlichsten…

Tuesday, April 8th, 2008

Gestern gefunden:

Philosophischer kann man vor den Gefahren des Lebens wohl kaum warnen: “Nein, nicht der Gegenstand, den Du in der Hand hast ist gefährlich, sondern die Tätigkeit, für die Du ihn einzusetzen gedenkst.”

Hintergrund dieser poetischen Warnung in einem Petzl-Manual war der profane Kauf einer “Klettergrundausrüstung” im “Guten Griff” gestern. Anja und ich sind in den letzten Jahren gelegentlich mit Freunden, Onkels, Tanten und Firmenincentives klettern gewesen, haben aber immer Material ausgeliehen und uns — weil immer eine Weile dazwischen lag — das Sichern jedesmal neu erklären lassen. Jetzt haben wir endlich einen Grundkurs an zwei Wochenenden mitgemacht (Danke, Tim aus London/Connewitz!) und dürfen mit Plastekarte ganz offiziell Toprope klettern. :-)