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Gedanken und Hintergedanken. Außerdem: Computer, Autos, die dicke Katze von nebenan, Biber in der Innenstadt, meine Freundin und Ich.

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Fünf Listen, die keiner braucht

Es grassiert die Listenmanie. Mitzuspielen ist ganz einfach: Man stellt eine Liste zusammen mit Dingen die vermeintlich etwas miteinander zu tun haben und tut dies in einer Art und Weise, die jede Kompetenz für das Subject oder einen thematischen Faden vermissen lässt. Mit etwas Glück wird man dann von einem Alphablogger verlinkt, der sich über die Liste lustich macht. Link bekommen. Nix dafür bezahlt. Ziel erreicht. Chris von FIXMBR bezeichnet diese Art des Spams als SEO-Porn und die Urheber als Trafficnutten. Recht hat er. Deshalb meine Meta-Liste mit Listen, die niemand braucht:

  1. Die zehn wichtigsten $DINGE in Deutschland Die Idee könnte von der Jugendredaktion der SZ stammen. Tatsächlich kann man die Gesamtheit aller Blogs nicht in eine eindimensionale Rangliste packen. Genauso wenig wie die fünfzig schlimmsten Autos aller Zeiten oder die fünf erfolgreichsten Betriebssysteme. Der Nutzen eines Blogs, Autos oder Betriebssystems ergibt sich aus Deinen Bedürfnissen und ist nicht eindimensional. Deine Top-Blogs behandeln Themen, mit denen Du Dich gerne beschäftigst. Und weil Du Selbstbewußtsein hast, musst Du Dich nicht an irgendwelchen Mainstream-Blogs orientieren.
  2. Zehn Schritte zum $ERFOLG Diese Art von Listen vesucht dem Leser das Gefühl zu geben, er müsste nur die einzelnen Punkte abhaken und schon wäre das Ziel erreicht. Das Problem des Listenformates wird hier am besten offensichtlich: Platzmagel führt zu einer Übersimplifizierung des vermittelten Inhaltes. Am Ende stehen einfache Wahrheiten, die alle ein wenig stimmen. Die Folgen sind von Powerpoint bekannt: Weil die verfügbare Fläche kleiner ist als bei Vorträgen mit Tafel und Overhead-Projektor wird nur ein Bruchteil des Inhaltes vermittelt. Der Leser kann sich bestenfalls ein Vorurteil bilden. Für ein eigenes differenziertes Urteil fehlen Informationen.
  3. Zehn Anmerkungen zu den Schritten zum $ERFOLG Weil die Zehn Schritte zum Erfolg zu simpel waren, versuchst Du, die Steilvorlage des Simplifizierers zu präzisieren. Ätsch, verloren! Der linkgierige Erstposter hat einen weiteren eingehenden Link und der Rest kümmert ihn einen Scheiss. Wenn er ein kurzes Ego hat und Kritik nicht abkann, sperrt er auch gleich Pingbacks und Trackbacks. Seine Leser haben so nicht einmal die Möglichkeit, Deine Ergänzungen kennenzulernen.
  4. $N Absätze, die aus Gewohnheit zur Liste wurden Wer viel mit Listen arbeitet, unterliegt irgendwann einmal dem Zwang, alles in eine Liste zu packen. Normale Absätze, die weder eine Rangfolge repräsentieren noch der besonderen Hervorhebung bedürfen, werden einfach in eine Liste gepackt. Selbst ernannte ProBlogger rühmen sich damit auch noch. Meine Meinung: Listen besser sparsam einsetzen. Oft ist es sinnvoller statt Listen voller unbegründeter Wahrheiten einzelne Aspekte herauszupicken und beispielsweise intensiver darzulegen, warum eine bestimmte Blogsoftware besser für Einsteiger geeignet ist als eine andere, aber gleichzeitig Alternativen und Entscheidungskriterien aufzuzeigen. Dieser Weg mag aufwendiger sein, das Ergebnis ist aber fundierter die Belohnung ist kein kurzer Buzz, sondern Feedback in jeder Form auch noch nach Monaten oder Jahren.
  5. Listen, die sich mit Listen beschäftigen Es gibt nichts schlimmeres als Listen, deren Thema Listen sind — Meta-Listen eben. Das führt zu einer undurchschaubaren Rekursivität, schlimmstenfalls zu Zyklen und damit zu totaler Verwirrung. Also brecht das Listengewirr auf und schreibt normale Texte.

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