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Gedanken und Hintergedanken. Außerdem: Computer, Autos, die dicke Katze von nebenan, Biber in der Innenstadt, meine Freundin und Ich.

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Archiv für September, 2007

Fünf Listen, die keiner braucht

Monday, September 24th, 2007

Es grassiert die Listenmanie. Mitzuspielen ist ganz einfach: Man stellt eine Liste zusammen mit Dingen die vermeintlich etwas miteinander zu tun haben und tut dies in einer Art und Weise, die jede Kompetenz für das Subject oder einen thematischen Faden vermissen lässt. Mit etwas Glück wird man dann von einem Alphablogger verlinkt, der sich über die Liste lustich macht. Link bekommen. Nix dafür bezahlt. Ziel erreicht. Chris von FIXMBR bezeichnet diese Art des Spams als SEO-Porn und die Urheber als Trafficnutten. Recht hat er. Deshalb meine Meta-Liste mit Listen, die niemand braucht: (more…)

Schrott wird flott: Touchscreen des B142

Monday, September 24th, 2007

Bereits vor acht Jahren brachte Fujitsus B-Serie einen Touchscreen mit, der die Bedienung deutlich erleichterte — wenn die Kalibrierung erfolgreich war. Zwischenzeitlich waren die (praktisch nur für Fujitsu-Siemens B-Serie Geräte und einige Vaios) geschriebenen Treiber verschwunden, sind aber nun dank der UMPC-Manie in vielen Distributionskerneln und X.org-Distributionen enthalten. Die im Folgenden beschriebene Einrichtung sollte sich in ähnlicher Weise auch auf modernen Geräten durchführen lassen. Beachten Sie bitte: Die Anleitung bezieht sich auf X.org 7.2 oder höher, bei älteren Versionen kann auf einige Detaillösungen verzichtet werden.

Vorbereitung

Achten Sie zunächst darauf, dass das Kernelmodul evdev geladen ist. Es stellt die Kernelschnittstelle zum Event basierten Touchscreen-Treiber zur Verfügung. Daneben muss der X.org-Treiber xserver-xorg-input-evtouch installiert sein. Die Anleitung des Evtouch-Entwicklers rät zudem noch dazu, einen Dummy-Treiber zu verwenden, der PS/2-Mausevents abfängt und ins Datennirvana umleitet. Das ist notwendig, weil der Touchscreen am PS/2-Bus hängt, und neben den rohen Events PS/2-Mausevents liefert. Ist zudem der Knubbel aktiv und eine externe Maus eingesteckt, sind drei Quellen für PS/2-Events verfügbar, die nicht unterschieden werden können. Da bei mir die Dummy-Lösung fehlschlug, habe ich per UDEV-Regelsatz die Gerätedateien /dev/input/mice und /dev/input/mouse0 stillgelegt. Einziger Nachteil dieser Lösung: USB-Mäuse dürfen erst angesteckt werden, wenn der X-Server gestartet ist (kann mit einer weiteren UDEV-Regel behoben werden). Die UDEV-Regel (in der /etc/udev/rules.d/40-permissions.rules): (more…)

Die Menschenwürde war unantastbar

Tuesday, September 18th, 2007

Am Wochenende schockierte Verteidigungsminister Jung mit der Wiederholung einer bereits 2006 gemachten Aussage, erwürde auch ohne gesetzliche Grundlage entführte Passagiermaschinen abschießen lassen. Dabei berief er sich auf ein “Recht des außergesetzlichen Notstandes”. Doch so ein Recht gibt es nicht: der außergesetzliche Notstand ist ein Gnadeninstrument, das im Einzelfall Straffreiheit zulässt, wenn jemand auf Grund einer Güterabwägung ein Verbrechen begangen hat. Dass die Güterabwägung “Leben gegen Leben” nicht in ein Gesetz gegossen werden kann, weil es das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit missachtet, hat das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2006 klargestellt. Ein Verteidigungsminister, der dennoch den Befehl zum Abschuss einer Passagiermaschine gibt, müsste sich zumindest des Totschlags bezichtigen lassen und darauf hoffen, dass ein Gericht Gnade walten lässt und er straffrei ausgeht.

Doch stattdessen wird der “übergesetzliche Notstand” in den Rang eines Gesetzes, ja gar eines einforderbaren Rechtes erhoben. Verteidigungsminister Jung schart schon für den Ernstfall loyale Piloten um sich herum und der Generalinspektor der Luftwaffe Klaus-Peter Stieglitz erinnert Piloten daran, dass sie Befehle auszuführen haben. Dass ein Pilot in Ausübung seines Dienstes keine Verbrechen begehen darf, auch wenn sie ihm befohlen werden, unterschlägt Stieglitz geflissentlich.

Unser Grundgesetze, ein Soldatengesetz, dass keine Verbrechen in Ausübung des Dienstes duldet und die Vereidigung der Soldaten auf die Verfassung anstatt auf ihren Dienstherren waren Lehren aus einer dunklen Phase unserer Geschichte. Wenn nun ein Verteidigungsminister einen möglichen Gnadenakt nach einem Totschlag zu einem einforderbaren Recht umdeutet, wie lange wird es wohl dauern, bis “unkonventionelle Verhörmethoden”, in denen niemand getötet, nur “ein wenig unangenehm behandelt wird” zur Verhinderung eines größeren Verbrechens mit dem gleichen Recht eingefordert werden?

Schrott wird flott: Linux auf dem FSC B142

Sunday, September 16th, 2007

Ende der 1990er waren Subnotebooks auch hierzulande ziemlich populär. Zu besten New Economy Zeiten war es en Vogue, mit einem Toshiba Portégé, Toshiba Libretto oder der Fujitsu Siemens B-Serie unterm Arm beim Kunden aufzutauchen. Dem Trend konnten wir uns auch nicht verschließen und so bekam Jochen ein Portége 3010CT und ich kurz darauf ein etwas dickeres Fujitsu Siemens B142. Beide waren bis etwa 2003 unter Linux oder FreeBSD im regulären Einsatz und verschwanden danach in einer Krustelkiste. Die Debatte um Billigst-Subnotebooks vom Schlage eines Asus EEE (insbesondere bei Robert Basic) hat mich nun dazu bewogen, das B142 wieder rauszuholen und zu schauen, wie es sich unter heutigen Bedingungen schlägt. Ziel ist es, ein altes Subnotebook mit robustem Magnesiumgehäuse mit Linux und der richtigen Software zum ernsthaften Konkurrenten moderner Billigrechner zu machen.

Hardware

  • Gehäuse: Magnesium, etwa A5-Format, 30mm dick
  • Display: TFT, 8,4 Zoll Diagonale 800×600 Pixel mit PS/2-Touchscreen
  • RAM: 32MB fest eingebaut, aufgerüstet mit einem SO-SDRAM auf maximal 160MB
  • Prozessor: 300MHz Mobile Celeron “Mendocino”
  • Grafikkarte: Neomagic NM2160, 2MB Grafikspeicher (genug für 800×600@24Bit oder extern 1024×768@16Bit)
  • Festplatte: 2,5 Zoll, normale Bauhöhe; Original 4,3GB, aufgerüstet auf 40GB; BIOS-Obergrenze bei 64GB (darüber möglicherweise Bootprobleme)
  • CDROM: Extern, PCMCIA, nicht bootfähig
  • Diskette: Extern am Portreplikator
  • PCMCIA Ein Schacht, Cardbus tauglich
  • USB: 2 Ports USB 1.0, nicht bootfähig
  • Netzwerk: nicht vorhanden

(more…)

Dacia Logan Steilheck: Renault Sandero

Tuesday, September 11th, 2007

Dacias Neuheiten scheinen auf der IAA nichts zu suchen zu haben. Praktisch zeitgleich mit der Pickup-Vorstellung in Bukarest wurde in Südamerika die Steilheckversion des Logan präsentiert: Der Renault Sandero. Erstaunlich, wie frisch das Renault-Gesicht den sonst eher biederen Logan doch macht. (via Autoblog Spanish / Gallery / Pressemitteilung)

Der Sandero wird im gleichen brasilianischen Werk hergestellt wie die in Mexico als “Nissan Aprio” verkaufte Stufenhecklimousine. Mit vier (fünf, wenn man den Van als separates Modell betrachtet) Karosserievarianten ist die Modellreihe damit zunächst komplett. Im Gegensatz zu den kommerziell einsetzbaren Versionen (Pickup, Van, MCV) wird der Sandero wahrscheinlich nicht nach Europa kommen. Er dürfte preislich zu nahe am neuen Twingo liegen und von der Größe zu nah am neuen Clio.

Endlich wieder ein Dacia für den Schaftransport

Monday, September 10th, 2007

Bei unseren Reisen durch Rumänien sind wir immer wieder auf Dacias in den unmöglichsten Ladezuständen gestoßen. Die heissesten Beladungen lassen sich natürlich mit einem Pickup durchführen. Der auf dem Renault 12 basierende wurde leider vor zwei Jahren eingestellt, aber jetzt gibt es wieder einen:

Dacia Logan Pickup

Wie beim Fiat Strada und Opel Corsa Pickup dienen kleine Dreiecksfenster als Ausgleich für die realativ kurzen Limousinentüren. Ob der neue ganz an den alten rankommt, wird sich zeigen müssen: Der alte Dacia Pickup basierte zwar auch auf der Limousine mit Frontantrieb, bekam aber bald — dem Längsmotorlayout sei dank — erst Heck- und dann Allradantrieb. Ganz so einfach wird es beim Quermotor des Logan nicht. Dennoch: Einen Allradantrieb für die vom Logan verwendete Plattform hat Nissan im Programm — der Cube ist mit elektrischem 4×4 (offizielle Nissan-Seite zu e·4WD) erhältlich.

Pressefoto: daciagroup.com

PS: Fast vergessen hat die versammelte Journaille, dass es den normalen Logan jetzt auch mit dem 85PS-Diesel (VGT-Lader?) gibt. Damit dürfte zumindest der MCV in beladenem Zustand ordentlich motorisiert sein. Eine fast leere 70PS-Limousine fand ich zumindest auf der Landstraße akzeptabel motorisiert.

Kein Beichtgeheimnis für Muslime?

Monday, September 10th, 2007

Brigitte Zypries fordert die muslimischen Gemeinden auf, Radikale zu melden. Und Wolfgang Schäuble schließt sich an — mit dem Hinweis darauf, dass es im Gesetz stehe, Pläne von schweren Verbrechen zur Anzeige zu bringen (auf Tagesschau.de, via Fixmbr).

Da haben die beiden aber etwas schnell geschossen. Bei Geistlichen existiert nämlich etwas wie das Beichtgeheimnis — oder neutral formuliert: Zeugnisverweigerungsrecht für Seelsorger. Dieses Recht mit sanftem Druck auszuhebeln ist keine gute Idee: Prediger in gemäßigten Gemeinden, die bei einzelnen Mitgliedern radikale Tendenzen feststellen, tun am Besten, das Gespräch mit ihren Schäfchen zu suchen und so der Radikalisierung entgegenzuwirken. Damit dies funktioniert, müssen die Gläubigen aber ihrem Prediger vertrauen können — und in ihm nicht zuerst Schäubles V-Mann sehen. Ist dieses Vertrauen zerstört, wandern Gemeindemitglieder, die fanatisierbar sind, schnell in radikale Zirkel ab, deren Prediger garantiert keinen guten Draht zum Innenminister haben.

Der Schnellschuss von Schäuble und Zypries zeigt wieder einmal, dass “gut gemeint” in der Regel das Gegenteil von “gut gemacht” ist — niemand würde auf die Idee kommen, im Vorfeld eines Gipfels wie G8 von evangelischen wie katholischen Pfarrern zu verlangen, Gemeindeglieder zu melden, die Blockaden von Strassen planen oder sich beim Castor-Transport an die Gleise zu ketten. Natürlich ist gegen Gemeinden, die in ihrem Wesen nicht auf dem Boden der Verfassung stehen vorzugehen, Gläubigen das Vertrauen in ihren Prediger, Rabbiner, Pfarrer, Priester oder Pastor zu nehmen, ist dafür der falsche Weg.