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Gedanken und Hintergedanken. Außerdem: Computer, Autos, die dicke Katze von nebenan, Biber in der Innenstadt, meine Freundin und Ich.

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Amazon und der Datenschutz

Der amerikanische Online-Buchhändler Amazon betreibt sein gesamtes Abrechnungssystem in den USA. Nach dem Safe-Harbour-Abkommen von 2000 ist die USA datenschutzrechtlich ein sicheres Land. Leider hat sich zwischenzeitlich die Situation geändert und US-Behörden haben im Zuge der durch die Bush-Administration beschlossenen Notstandsgesetze zur Abwehr des Terrorismus Zugriff auf die ehemals als sicher geltenden Datenbanken.

Bereits im Mai wies Jörg Heidrich in einem iX Artikel auf mögliche Unstimmigkeiten und Gefahren durch die Datenverarbeitung in den USA hin.

Nun scheint bewiesen, daß Amazon nicht nur reine Abrechnungsdaten in den USA verarbeitet, sondern Lesepreferenzen nicht von Abrechnungsdaten trennt. Einer Stuttgarterin, der die Einreise verweigert wurde, offenbarte der Border Agent, daß er Zugriff auf Kundendaten hatte.

Grund genug, auf einer eigenen Seite dem Thema nachzugehen und Michael Moore einmal zu fragen, warum er denn für Amazon wirbt.

Update, 22. Januar 2006, der Übersichtlichkeit zuliebe zusammengefasst:

Leider klärt Amazon seine Kunden nicht darüber auf, was das im Jahre 2000 ausgehandelte Safe-Harbour-Abkommen im schlimmsten Fall seit dem 11. September für die Daten seiner deutschen Kunden bedeutet: verdachtsunabhängiger Vollzugriff für US-amerikanische Behörden auf Ihre Lesepräferenzen.

Amazon Deutschland dürfte spätestens mit Erlaß des PATRIOT ACT klargeworden sein, daß der Zugriff durch US-Behörden im Rahmen von ,,Maßnahmen zur Abwehr des Terrorismus” nicht nur theoretisch sondern auch praktisch erfolgen wird.

Dennoch zeigte Amazon Deutschland keinerlei Reaktion: die deutsche Amazon Website verweist auf der Datenschutzerklärung immer noch auf ,,Safe Harbour” und die sicheren Drittländer, die die USA nun aus datenschutztechnischer Sicht nicht mehr darstellen.

Meiner Meinung nach bestände die einzig glaubwürdige Reaktion von Amazon.de darin, die gesamte Abrechnung deutscher Kunden in Deutschland vorzunehmen. Um das zu erreichen ist Druck seitens des Kunden nötig:

  • Wenn Sie Teilnehmer des Amazon-Partnerprogrammes sind, schreiben Sie Amazon an, bitten Sie um eine Stellungnahme und drohen Sie damit, aus dem Partnerprogramm auszusteigen, sollte keine befriedigende Reaktion erfolgen, tun sie es.
  • Wenn Freunde oder Bekannte Teilnehmer des Amazon-Partnerprogrammes sind, weisen Sie diese auf Ihre datenschutzrechtlichen Bedenken hin. Ich habe es mir einmal erlaubt, mit einem Brief an Michael Moore anzufangen.
  • Verlinken Sie auf den iX Artikel Datenwanderung, am besten mit den Schlagworten ,,Amazon” und ,,Datenschutz”. Das steigert die Chancen beträchtlich, daß dieser Artikel besser gefunden wird und sich Amazon-Kunden ein Bild der tatsächlichen Datenschutzsituation machen können.
  • Arbeiten Sie mit an einer Liste ,,Bücher, die Ihnen helfen, in die USA einzureisen”

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